Fachwissen

Unser Team von Orthopädieschuhtechnikerin, Medizinische Fachangestellte, Fachverkäuferin und Orthopädieschuhmacher Meistern ist hoch motiviert und allzeit bereit Ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Melden Sie sich einfach bei uns für weitere Informationen oder ein unverbindliches Beratungsgespräch.

Läufer

Läufer haben ganz besondere Anforderungen, diese machen eine besondere Sorgfalt nötig. Deshalb haben wir uns schon seit mehreren Jahren darauf spezialisiert den spezifischen Laufstiel (Schrittabwicklung) genau zu analysieren um dies mit möglichen Beschwerden oder Problemen in Zusammenhang zu bringen.

Mit diesen individuellen Erkenntnissen sind wir dann in der Lage eine auf Ihre Probleme abgestimmte Therapie vorzuschlagen. Denn nur durch eine ganzheitliche Betrachtung besteht die Möglichkeit das Problem zu erkennen und da zu bekämpfen wo es entsteht.

Beispiel Knieproblem: Ein Läufer kommt zu uns. Auf einem mitgebrachten Rezept steht z.B. 1 Paar Sporteinlagen Dig. Senk Spreiz Fuß. Erst durch den persönlichen Kontakt mit dem Patienten und im Gespräch stellt sich heraus, dass das eigentliche Problem am Knie liegt. Standardmäßig untersuchen wir den Fuß mittels Fußscann und Fußdruckmessung um so eine mögliche Fehlbelastung besser erkennen zu können. Der Fuß wird manuell untersucht (bewegt) um eventuelle Blockaden- und/oder Bewegungseinschränkungen zu erkennen. Es wird gezielt auf das Laufen und die Kniebeschwerden eingegangen. In einem Interview wird ermittelt, wann der Schmerz eintritt, wo der Schmerz genau liegt usw. Es wird über die vorhandenen Laufschuhe gesprochen.

Jetzt muss man wissen, dass es einen deutlichen Unterschied macht ob man einen Fuß im Sitzen, im Stand oder unter voller Belastung beim Laufen beurteilt. Aus diesem Grund stellen wir für unsere Patienten ein Woodway Lammellenlaufband bereit. Über eine hochauflösende Videokamera wird das Bild Live auf den PC übertragen und mittels einer speziellen Analyse Software (Dartfish) ausgewertet.

Erst jetzt wird erkannt das z.B. ein Fuß unter Belastung stärker nach innen einknickt und so eine Innenrotation des Kniegelenkes auslöst, was sehr wahrscheinlich der Grund für die in diesem Beispiel auftretenden Knieschmerzen ist. In diesem Fall würden wir den Laufschuh noch genau untersuchen, ggf. auf besondere Eigenschaften gewisser Schuhe hinweisen.

Zur Therapie würden wir in diesem Fall ein Paar Sensomotorische Einlagen anfertigen, welche das Einknicken des Fußes unterbinden, der Rotation im Knie entgegenwirken und die Muskulatur aktiv trainieren, um so langfristig das Problem zu lindern bzw. zu beseitigen. Es ist sinnvoll nach 1-2 Wochen den Therapiefortschritt zu kontrollieren. Es wird nochmals ein Video aufgenommen um es mit dem vorherigen Video ohne Einlagenversorgung zu vergleichen. Sollten wir der Meinung sein, dass sich die Wirkung der Einlage noch optimieren lässt (Feintuning) wird das an dieser Stelle noch erledigt. Die Nachkontrolle ist bei uns Service und für unsere Kunden kostenlos.

Noch ein Tipp!

Steht der Kauf eines neuen Paar Laufschuhes an, welches Sie mit orthop. Einlagen tragen wollen, so empfehlen wir, sich für den Schuh zu entscheiden, der am besten zu Ihrem Laufstil passt. So ist es in vielen Fällen von Vorteil die stützende / korrigierende Wirkung des Schuhs mit zu nutzen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Kombination von optimalem Laufschuh + orthopädischer oder sensomotorischer Einlage wirkungsvoller ist als Neutralschuh + orthopädischer oder sensomotorischer Einlage. Maßgeblich ist hier jedoch eine Kontrolle der Versorgung per Video.

Diabetes

Was ist Diabetes?
Die medizinische Bezeichnung Diabetes mellitus betitelt die Symptome der Menschen, die unter großem Durst leiden und viel zuckerhaltigen Harn ausscheiden. Bei dieser Krankheit liegt eine Störung des Stoffwechsels vor, welche chronisch und lebenslang besteht. Diese Störung findet Ihre Ursache in der überhöhten Konzentration von Zucker im Blut.

Zur Behandlung wird den Patienten Insulin gespritzt, welches als "Türöffner" für den Zucker dient, denn das Insulin macht das Eindringen des Zuckers in die wichtigen Körperzellen, vor allem Muskel-, Leber- und Fettzellen erst möglich. Ohne Insulin würde sich der Zucker vor der Zellwand aufstauen und den Blutzuckerspiegel in gefährliche Höhen treiben.

Die zwei bekanntesten Typen des Diabetes mellitus ist der Typ-I-Diabetes, auch jugendlicher Diabetes genannt, da er schon im Kindes- oder Jugendalter auftritt und der Typ-II-Diabetes, der Altersdiabetes, der meist erst nach dem 40. Lebensjahr und überwiegend bei übergewichtigen Leuten auftritt.

Die häufigsten Krankheitszeichen des Diabetikers sind vermehrtes Wasserlassen, Durst, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kraftlosigkeit, Sehstörungen, Juckreiz, Infektionsanfälligkeit, Organschäden und im Extremfall sogar das Koma.


Der diabetische Fuß

Unter dem diabetischen Fuß versteht man die Schädigung im Bereich des Fußes als Folge eines Diabetes. Die häufigsten Schäden sind z.B. infizierte Geschwüre an der Fußsohle, abgestorbenes Gewebe an den Zehen, eine Verschiebung zweier durch ein Gelenk verbundenen Knochen oder ein spontaner Knochenbruch ohne vorhergehendes Trauma.

Die Heilungschancen bei diesen Symptomen ist verhältnismäßig schlecht und kann nur mit viel Geduld und sachgemäßer Behandlung zum Erfolg führen, ansonsten sind Amputationen unvermeidbar. Neben der falschen Fußpflege, kann auch das Schuhwerk des Diabetikers durch Druck- und Fehlbelastungen Infektionen hervorrufen.

Normalerweise würde ein zu enges oder falsch-sitzendes Schuhwerk Schmerzen auslösen - dem diabetische Patient fehlt aber durch die Neuropathie die Schmerzwahrnehmung und er erkennt dadurch die Infektionen meistens zu spät oder nimmt die erkannte Infektion nicht ernst genug.


Was können wir für Sie tun?

Um den diabetischen Fuß zu verhindern gibt es viele Faktoren, die Sie selber in der Hand haben. So gehört der regelmäßige Besuch bei Ihrem Orthopäden ebenso dazu, wie die fachgerechte Fußkontrolle und -pflege. Wichtig ist, daß Sie die Symptome frühzeitig erkennen und diese ernst nehmen. Eine fachärztliche Untersuchung und Behandlung sollte unbedingt befolgt werden.

Um präventiv, also vorzeitig Druck- und Fehlbelastungen im Schuhwerk zu erkennen, können Sie bei uns eine kostenlose plantare elektronische Fußdruckmessung machen. Dabei werden die Druckverhältnisse Ihrer Füsse gemessen und Sie erhalten ein Farbbild (siehe Service) von Ihren Füßen. Die blauen /grünen Stellen des Bildes zeigen die normalen Durckregionen Ihres Fußes, die anderen Farben gelb bis rot zeigen die gefährdeten Bereiche Ihres Fußes. Diese können nach der Messung erkannt und durch entsprechend angefertigte Einlagen in den Schuhen entlastet werden.

Darüberhinaus führen wir speziell für diese Krankheit entwickelte Schuhe, die sich durch ein hohes Maß an Schonung und Polsterung auszeichnen und Ihren Fuß vorausschauend schützen. Dabei legen wir sehr viel Wert auf eine individuelle Beratung und einen individuellen Schuh für Sie.


Verbandsschuhe

Wir führen auch Langzeitverbandsschuhe zur Wundheilung für Diabetes-Patienten. Diese können individuell auf den Patienten abgestimmt werden, um die Füße zu entlasten.

Was sind Diabetes Therapieschuhe?

Erfahren Sie mehr über Diabetes adapierte Spezialeinlagen!

Venenschwäche und Kompressionstherapie

Oftmals sind Krampfadern erste Zeichen einer Venenerkrankung. Rund 80 Prozent aller Patienten mit Krampfadern haben Eltern oder Großeltern mit derselben Indikation. Die familiäre Belastung ist also vorrangig. Doch auch ohne erbliche Vorbelastung, sollte auf die Zeichen des Körpers geachtet werden, um Venen-Fehlfunktionen frühzeitig erkennen zu können.

Tipps für gesunde Beine

Gönnen Sie sich gesunde Beine. Schon einige wenige Tricks bewirken eine Menge - Probieren Sie's einfach aus, Sie werden überzeugt sein, wie Sie Ihre Beine mit geringem Aufwand auf Trab bringen!

  • Tragen Sie die vom Arzt verordneten Kompressionsstrümpfe/ -strumpfhosen
  • Bewegen Sie sich so viel wie möglich, vor allem die Bein- und Wadenmuskulatur: das kräftigt die Muskelpumpe.
  • Legen Sie Ihre Beine hoch - wenn möglich 30 Minuten täglich. Legen Sie Füße und Beine auch nachts hoch, als Faustregel gilt 10 cm über dem Herzen.
  • Schlagen Sie nicht die Beine übereinander, denn das drückt die Venen in der Kniekehle ab und hemmt somit die Blutzirkulation.
  • Tragen Sie bequeme, nicht einengende Kleidung und Unterwäsche. Sie behindert Ihren Kreislauf und die Pumpstation Zwerchfell.
  • Tragen Sie flache Schuhe - häufig barfuß oder in Strümpfen gehen, öfters Schuhe wechseln.
  • Sport ist ein Freund Ihrer Venen - vor allem Spaziergänge länger als 30 Minuten, Schwimmen, Wandern und Radfahren.
  • Sorgen Sie für gesunde Ernährung - jedes Kilo Übergewicht belastet Beine und Venen. Und: Es schränkt auch die Beweglichkeit des Zwerchfells ein - einer wichtigen Pumpstation des Körpers.
  • Meiden Sie Hitze, halten Sie Ihre Beine kühl. Hitzestau beim sommerlichen Baden oder bei Wärmeanwendungen wie Sauna vermeiden. Im Sommer die Beine mit einem kalten Waschlappen abwaschen - nicht abtrocknen.
  • Massieren Sie Ihre Beine - am Knöchel beginnen und langsam in Richtung Hüfte massieren!
  • Machen Sie täglich Venengymnastik - liegend "Luftradfahren", im Stehen von der Ferse zur Fußspitze rollen und zurück, auf Zehenspitzen laufen, im Sitzen Fußkreisen und -wippen.

Phlebologie

Aufgaben des Venensystems

Das Blut bringt als perfektes Transportmittel alle möglichen Stoffe in die entlegensten Ecken des Organismus. Die Pumpe für die Blutströmung ist das Herz, seine Bahnen die Blutgefäße.

Das mit Sauerstoff aus der Lunge angereicherte Blut gelangt über Arterien und Kapillaren als feinste Verästelungen der Arterien zu allen Körperregionen, in denen Stoffwechsel stattfindet.

Venen sammeln das sauerstoffarme Blut mit den Abbauprodukten des Gewebsstoffwechsels und führen es über das Herz in die Lunge zurück – der Kreislauf ist geschlossen.

Neben ihrer Aufgabe als Transportsystem übernehmen Venen auch eine bedeutende Rolle als Speicher der größten Blutmenge, die im Körper zirkuliert: Mehr als 80 Prozent des gesamten Blutvolumens lagern im venösen Schenkel des Kreislaufs, um bei Belastungen – zum Beispiel körperliche Anstrengung – das vom Kreislauf benötigte Blut schnell zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus sind Venen wichtig für die Regulation der Körperwärme.

Aufbau des Venensystems

Im Unterschied zum arteriellen Kreislaufabschnitt, in dem zur optimalen Verteilung des Blutes ein hoher Druck herrscht, sind die Druckverhältnisse in den Venen wesentlich niedriger. Entsprechend sind die Venenwände auch dünner als diejenigen der korrespondierenden Arterien und mit weniger Muskulatur und elastischem Gewebe versehen.

Im Bereich der Beine wird zwischen einem oberflächlichen und tiefen Venensystem unterschieden. Oberflächliche Venen verlaufen direkt unter der Haut und über der Muskulatur. Sie sammeln das venöse Blut aus der Haut und dem Unterhautgewebe und leiten es über zahlreiche Verbindungsvenen (Venae perforantes) in das tiefe Venensystem, das in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Arterien verläuft. Von dort wird das sauerstoffarme Blut aus Muskulatur und Knochen über die untere Hohlvene zur rechten Herzkammer zurückgeführt. Beim gesunden Menschen fließen etwa 90 Prozent der venösen Blutmenge über das tiefe Venensystem ab, während 10 Prozent den Weg über das oberflächliche System nehmen.

Funktionsprinzip des Venensystems

Für den Rückfluss des venösen Blutes gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen – sozusagen „bergauf“ – sorgt neben den Venenklappen ein komplexes Zusammenspiel verschiedener weiterer Transportmechanismen. Den wichtigsten Motor des venösen Rückstroms in den Beinen stellen die sogenannten Muskel- und Gelenkpumpen dar, bei denen Venen, Muskeln und Gelenke miteinander arbeiten.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Bei jeder Beuge- und Streckbewegung der Beine, wie zum Beispiel beim Gehen, ziehen sich die Muskeln abwechselnd zusammen und entspannen sich dann wieder. Mit dem daraus entstehenden Pump-Saugmechanismus wird in der Phase der Muskelanspannung das Blut aus der nahe liegenden Beinvene in Richtung Herz gepresst. Dadurch fällt in den entleerten tiefen Venen der Druck ab, so dass Blut aus dem oberflächlichen Venensystem angesaugt und weitertransportiert werden kann.

Phlebologischer Sprachführer

Besenreiser: Sehr feine, in der Haut gelegene Adergrüppchen, die oft bläulich-rot schimmern. Besenreiser sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sie signalisieren allein oder in Verbindung mit Krampfadern eine Venenschwäche.

Klappeninsuffizienz: Ungenügender Klappenverschluss in den Venen oder im Herzen.

Kompression: Eine wichtige Säule in der Therapie von Venenerkrankungen: Durch den Druck, den ein gut sitzender Kompressionsverband oder ein Kompressionsstrumpf auf das Gewebe ausübt, werden erweiterte Venen wieder zusammengedrückt. Die Venenklappen schließen durch den Druck von außen wieder besser, der Blutrücktransport beschleunigt und verbessert sich. Das Einsickern von Flüssigkeit durch die Venenwände ins Gewebe (=Ödem) wird verhindert.

Kompressionsstrümpfe: Kompressionsstrümpfe gibt es in verschiedenen Ausführungen und Materialien. Durch die besondere Herstellungsweise üben Kompressionsstrümpfe einen gleichmäßigen Druck auf das Gewebe aus. Der Sitz der Kompressionsstrümpfe muss jedoch für jeden Patienten unbedingt individuell geprüft werden, damit sie optimal wirken und die geschwächte Venenfunktion bestmöglich unterstützen können.

Muskelpumpe: Fähigkeit des Muskels, das verbrauchte Blut zur eigenen Entsorgung und zum Abtransport in Richtung Herz zu befördern. Die Wadenmuskelpumpe arbeitet unter erschwerten Bedingungen, da von hier aus die längste Strecke zum Herzen bewältigt werden muss.

Phlebitis: Venenentzündung

Phlebödem: Beinschwellung infolge von Veneninsuffizienz.

Phlebologe: Venenspezialist

Retikuläre Varizen: Netzartige Krampfadern

Seitenastvarizen: Krampfadern der Seitenäste der Venenstämme

Sklerosierung: Verödung der Krampfadern

Stammvenen: Hauptvenen des oberflächlichen Venensystems

Thrombose: Verschluss einer tiefen Vene durch Gerinnsel

Ulcus Cruris: Unterschenkelgeschwür, offenes Bein

Varikose: Krampfaderleiden

Varizen: Krampfadern

Venenklappen: Venenklappen sorgen dafür, dass das venöse Blut nur herzwärts fließt und verhindern das Zurücksacken des verbrauchten Blutes.